Fachgruppe Betonbauteile


Betonbauteile: vielfältig – innovativ – nachhaltig

Mit ihrer vielfältigen und vielseitig einsetzbaren Produktpalette sorgen vorgefertigte Betonbauteile für nahezu grenzenlose gestalterische Möglichkeiten. Innovative Herstellungsverfahren und moderne Technologien realisieren intelligente, ästhetische und individuelle Lösungen für das Bauen von morgen. Ihr Einsatz reduziert Umweltbelastungen auf der Baustelle, sorgt für schnellen Baufortschritt und ermöglicht nachhaltiges Bauen.

Mitglieder: In der Fachgruppe Betonbauteile sind Hersteller aus allen Bereichen der Vorfertigung mit Beton organisiert. Unsere Mitglieder produzieren konstruktive Fertigteile, wie Decken, Wände, Stützen und Binder. Außerdem stellen sie unter anderem Kleinkläranlagen oder Betonwaren wie Pflastersteine und Borde her. Die Vorfertigung von Bauprodukten ist gerade heute, bei Zeit- und Personalknappheit auf Baustellen, ein Lösungsweg. Die Wertschöpfungsprozesse von der Baustelle in ein Fertigteilwerk zu verschieben, führt zu kürzeren Bauzeiten bei gleichbleibenden Qualitäten durch die industrielle Produktion im Werk.

Vorstandsarbeit: Die Arbeit der Fachgruppe wird durch den Fachgruppenvorstand koordiniert und begleitet. Die Vorstandsmitglieder kommen aus den verschiedenen Regionen unseres Verbandsgebietes und repräsentieren die unterschiedlichen Unternehmensstrukturen und Unternehmensgrößen sowie eine breit gefächerte Produktpalette.


Vorstand der Fachgruppe

Vorsitzender:

Karsten Döcke

stellv. Vorsitzender:

Jens Enderling

Mitglieder:

Michael Müller
RA Gerald Rollett
Helmut Schiebler

Aktuelles Thema

Nachhaltigkeit & CO₂-Reduktion: Im Bereich der Betonfertigteile spielt das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß zu senken und Ressourcen zu schonen, ohne auf Qualität und Stabilität zu verzichten. Dazu werden die Betonmischungen gezielt weiterentwickelt: Es kommen mehr recycelte Gesteinskörnungen zum Einsatz, der Zementanteil wird reduziert und es werden alternative Bindemittel genutzt. Die industrielle Fertigung im Werk unter gut zu kontrollierenden Bedingungen sorgt zusätzlich für geringen Materialverbrauch und gleichbleibend hohe Qualität – ein wichtiger Schritt hin zu umweltfreundlicherem Bauen.

Modulares, serielles Bauen mit Fertigteilen: Serielles und modulares Bauen mit Betonfertigteilen gewinnt stark an Bedeutung. Standardisierte Elemente und Raummodule werden im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle schnell montiert – wie ein Baukastensystem. Das verkürzt nicht nur die Bauzeiten deutlich, sondern erhöht die Kalkulationssicherheit, die Arbeitssicherheit und macht das Bauen insgesamt effizienter.

Digitalisierung & Automatisierung der Fertigteilwerke: Die Produktion von Betonfertigteilen wird immer digitaler und automatisierter. In modernen Werken sind Planung und Fertigung heute oft durchgehend digital verknüpft. Gebäude werden zunächst in 3D-Modellen geplant (BIM – Building Information Modeling). Aus diesen Modellen lassen sich automatisch Pläne, Stücklisten und Daten für Maschinen ableiten, die zum Beispiel Schalungen oder Bewehrung ansteuern.

Durch den Einsatz von Robotern und automatisierten Anlagen können viele Arbeitsschritte schneller, präziser und mit weniger Personal (Fachkräftemangel begegnen) ausgeführt werden. Studien gehen davon aus, dass digitale Prozesse im Bauwesen in den nächsten Jahren Einsparungen von rund 20 % der Baukosten ermöglichen können – und gerade die Vorfertigung eignet sich dafür besonders gut, weil Abläufe sich standardisieren lassen.

Der 3D-Betondruck & hybride Systeme: Der 3D-Druck mit Beton hat sich in den letzten Jahren von der Vision zur realen Bauweise entwickelt. Spezielle Drucker tragen schichtweise Beton auf und formen daraus Wände oder Bauteile. In Deutschland werden bereits Gebäude vor Ort aus dem 3D-Drucker erstellt, teilweise sogar kostengünstiger als mit klassischen Methoden.

Spannend wird es, wenn der 3D-Druck und Betonfertigteile kombiniert werden. So können tragende Elemente wie Decken oder Stützen als konventionelle Fertigteile hergestellt werden, während komplizierte Formen, besondere Fassadenelemente oder nichttragende Bauteile per 3D-Druck ergänzt werden. Auf diese Weise entsteht eine flexible, wirtschaftliche und zugleich innovative Bauweise.

Neue Materialien  Carbonbeton & Co.: Mit Carbonbeton halten neue Bewehrungsmaterialien Einzug in die Fertigteilproduktion. Carbon rostet nicht, sodass Bauteile schlanker und leichter gebaut werden können, etwa Fassaden- und Plattenelemente. Ergänzend werden Spezialbetone mit zusätzlichen Funktionen entwickelt, zum Beispiel mit selbstheilenden Eigenschaften, besonders duktilen (biegsamen) Eigenschaften oder mit integrierten intelligenten Funktionen, wie Photovoltaik-Elemente zur Energiegewinnung.

Intelligente & funktionale Fertigteile: Betonfertigteile werden zunehmend „smart“. In Fassadenelemente integrierte Photovoltaik erzeugt elektrischen Strom oder Energie für die Heizung bzw. für die Warmwasseraufbereitung.

Ein weiterer Schritt sind eingebaute Sensoren im Beton. Diese können etwa Feuchtigkeit, Temperatur oder Verformungen messen. So lässt sich der Zustand von Bauwerken über viele Jahre überwachen. Solche „smarten“ Bauteile sind besonders interessant für Brücken, Tiefgaragen oder andere sicherheitsrelevante Bauwerke, bei denen die Dauerhaftigkeit eine wichtige Rolle spielt.

Die überarbeitete Norm DIN 1045:2023-08: Die "BetonBauQualitäten (BBQ)", entwickelt als Richtlinie im Deutschen Ausschuss für Stahlbeton e.V. (DAfStb), hielten Einzug in die Normenreihe DIN 1045. Sie wurde durch die MVV-TB (Musterverwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen) in den einzelnen Bundesländern eingeführt. Die Teile 1000, 1, 2, 3, 4, 40 und 41 stehen beim beuth-Verlag zur Verfügung. Der UVMB engagiert sich über den Bundesverband Deutsche Betonbauteile e.V. (BDB) und dem Bundesverband der deutschen Transportbetonindustrie e.V. (BTB) in den nationalen und internationalen Normungsgremien für eine praxisgerechte Umsetzung der Qualitätsanforderungen am Beton.

Öffentlichkeitsarbeit: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und neue Betontechnologien sind zentrale Themen auf aktuellen Fachtagungen und in der Fachpresse. Dort werden Praxiserfahrungen geteilt und neue Lösungen vorgestellt. So verbreiten sich innovative Ansätze rund um Betonfertigteile zunehmend in Planung und Baupraxis.

 

punktum.betonbauteile: Als Mitherausgeber des Branchenmagazins "punktum.betonbauteile" profitieren die Mitgliedsunternehmen von einer bundesweiten Branchenkommunikation. In 5 Ausgaben pro Jahr informiert der UVMB gemeinsam mit anderen Regional- und Fachverbänden darin zu aktuellen Branchenentwicklungen und Verbandspositionen rund um die Betonfertigteilindustrie sowie zu den Themenfeldern Technik, Wirtschaftspolitik und Öffentlichkeitsarbeit, Recht, Aus- und Weiterbildung, Veranstaltungen und Forschung.

Die aktuellen Ausgaben finden Sie in der Mediathek

Aktivitäten in der Fachgruppe


Arbeitskreis Betriebsleiter: Gemeinsam mit dem Verband Beton- und Fertigteilindustrie Nord e.V. (VBF Nord) organisieren wir regelmäßig den Arbeitskreis Betriebsleiter. Schwerpunkte in diesem Arbeitskreis sind Arbeitsschutz, Aktuelles aus der Normungsarbeit, der Austausch zu Fragen der Verfahrenstechnik sowie die Entwicklung und Fortschreibung eigener Merkblätter, Richtlinien und Arbeitshilfen. Neben den Mitgliedsunternehmen beteiligen sich an diesen Arbeitskreisen auch Hersteller von Zulieferprodukten. 

Arbeitssicherheitsseminare: Wir arbeiten eng mit der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) zusammen und bieten regelmäßig gemeinsam mit dem Verband Beton- und Fertigteilindustrie Nord e.V. (VBF Nord) Seminare speziell für unsere Mitglieder aus der Fachgruppe Betonbauteile an. Der Arbeitsschutz hat bei unseren Mitgliedsunternehmen eine hohe Priorität, das machen die Teilnehmerzahlen für diesen Seminaren immer wieder deutlich.

Schulungen für Mischmeister Beton: Gemeinsam mit dem BAU-ZERT e.V. veranstalten wir regelmäßig Schulungen für Mischmeister an Betonmischanlagen. 

JUNGUnternehmertreffen: Gemeinsam mit dem BAU-ZERT e.V. und dem Verband Beton- und Fertigteilindustrie Nord e.V. (VBF Nord) richten wir jährlich das JUNGUnternehmertreffen aus. Hier hat der Führungsnachwuchs der Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, sich zu vernetzen und neue Kontakte zu knüpfen. 

Werk- und Prüfstellenleiter-Schulung (WPL): Gemeinsam mit unseren Partnerverbänden Baustoffüberwachungs- und Zertifizierungsverbandes Nord (BÜV Nord) e.V., BAU-ZERT e.V. und dem Verband Beton- und Fertigteilindustrie Nord e.V. (VBF Nord) richten wir jährlich die Werk- und Prüfstellenleiter-Schulung aus, die unsere Mitgliedsunternehmen auf den neuesten Stand in den Themenbereichen Technik und Normung, Arbeitsschutz, Arbeitsrecht und Forschung bringt. Besonders beliebt sind zusätzliche Themen, wie aktuelle gesellschaftspolitische Zeitthemen. Ergänzt wird die WPL durch branchenspezifische Workshops, in denen die Referenten gezielt auf die Bedürfnisse der Fachgruppen Gesteinsbaustoffe, Betonbauteile sowie Beton und Mörtel eingehen. 

Hier geht es zu den Veranstaltungen.

 

Verbandslandschaft


VBF Nord: Wir kooperieren mit dem Verband Beton- und Fertigteilindustrie Nord e.V. (VBF Nord). Gemeinsam organisieren wir unter anderem den Arbeitskreis Betriebsleiter, das Kolloquium Betonbauteile, die Werk- und Prüfstellenleiter-Schulung sowie das beliebte JUNGUnternehmertreffen. So fördern wir den fachlichen Austausch, die Qualifizierung und den Nachwuchs in der Branche.

BDB:  Aus der Initiative DEUTSCHE BETONBAUTEILE heraus wurde der Bundesverband Deutsche Betonbauteile e.V. (BDB) im Dezember 2024 gegründet. Er bündelt die Interessen der Betonfertigteilindustrie auf Bundesebene und dient als gemeinsame Plattform für die Zusammenarbeit der Regional- und Fachverbände. Der UVMB ist Gründungsmitglied im BDB und bringt dort aktiv die Perspektiven seiner Mitgliedsunternehmen ein – insbesondere in Fragen der politischen Interessenvertretung, der Rahmenbedingungen für die Fertigteilindustrie und der zukünftigen Entwicklung des Bauens mit Betonbauteilen.

bbs: Wir engagieren uns in verschiedenen Arbeitsgruppen des Dachverbandes der Baustoffindustrie Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden e.V. (bbs) und vertreten damit auch auf Bundesebene die Interessen unserer Mitgliedsunternehmen.

BIBM: Über BDB ist die Fachgruppe auch mit dem europäischen Dachverband BIBM (Federation of the european precast concrete industry) verbunden. So ist die Fachgruppe Betonbauteile des UVMB auch auf europäischer Ebene in die Weiterentwicklung der Betonfertigteilindustrie eng eingebunden.

Partnerschaften: Die Fachgruppe Betonbauteile des UVMB pflegt aktive Partnerschaften mit Einrichtungen wie dem Bildungs- und Demonstrationszentrum für Dezentrale Infrastruktur e.V. (BDZ), dem Berufsförderungswerk für die Beton- und Fertigteilhersteller e.V. (BBF) und dem Institut für angewandte Bauforschung Weimar gGmbH (IAB). Darüber hinaus bestehen enge Kooperationen mit weiteren Landes- und Fachverbänden der Betonfertigteilindustrie im Rahmen gemeinsamer Projekte. Diese Netzwerke helfen, Innovationen schneller in die Praxis zu bringen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.

Alle Partnerverbände und weitere Organisationen aus unserem Netzwerk finden Sie in den Links